GPV Logo mit Partnerwappen
Image

120 Jahre Gemeindepartnerschaft und 800 Jahre Weidenberg

Sehr geehrten Damen und Herren,

Es gibt viele Sätze und Aussprüche, die beschreiben, was Partnerschaften zwischen Gemeinden ausmachen. Ich möchte es aus meiner Sicht so formulieren: Gemeindepartnerschaften sind das gelebte gemeinsame Europa – im Kleinen, vor Ort, ganz konkret, von Mensch zu Mensch.

Ich finde, dies bringt gut zum Ausdruck, welcher Geist unsere Gemeindepartnerschaften trägt und mit unseren Partnern – unseren Freunden verbindet.

Das klingt ebenso selbstverständlich wie einfach – doch beides ist es gewiss nicht. Denn ein anderer Satz ist ebenso wahr. Dieser stammt von Sir Isaac Newton, der schon vor rund 300 Jahren erkannt hat:

„Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenige Brücken.“

Trennendes ist schnell gefunden – Verbindungen zu knüpfen und Gemeinsames zu entdecken, das braucht Mut und Zeit. Beides ist Grundlage unserer Partnerschaften.

Mauern sind überwunden worden – die aus Stein in Berlin und entlang des „Eisernen Vorhangs“ und die in den Köpfen. In dem Wunsch Völker einander näher zu bringen, wurde seitens des Marktes Weidenberg vier Verträge über Gemeindepartnerschaften geschlossen.

Und in den fünf Partnergemeinden ist die Phase des Kennenlernens und der Aussöhnung längst vorbei – auch wenn wir immer wieder gut daran tun, uns darauf zu besinnen, dass die Partnerschaften einen wirksamen Beitrag zur Friedenspolitik leisten.

 Die lebendigen Partnerschaften lassen Kontakte und Freundschaften zwischen Jung und Alt entstehen und fördern das Verständnis zwischen den, in der Vergangenheit verfeindeten, Ländern. Von Anfang an standen Bürgerbegegnungen im Fokus der Gemeindepartnerschaften. So kommt es nicht nur zu Treffen zwischen offiziellen Vertretern, sondern zwischen Bürgern jeden Alters. So können wir über unsere jeweiligen Landesgrenzen hinauswirken und zur Ausgestaltung eines vereinten Europas beitragen.

In Weidenberg haben wir die ersten Schritte aufeinander zu gemacht. Die Initiative für die Partnerschaft, die Vorbereitungsarbeit und gewiss auch die Überzeugungsarbeit gegenüber den Zweiflern und Kritikern geleistet. So haben wir eine Brücke zwischen unseren Gemeinden gebaut, die bis heute trägt. Dies ist der Offenheit für das Neue, der Neugier auf den jeweils anderen und der Beharrlichkeit auch dieser Personen zu verdanken, für die wir ihnen heute gemeinsam dankbar sind!

Doch das dies so ist, ist keinesfalls selbstverständlich, wie die Partnerschaften so manch anderer Gemeinden und Städte zeigen. Die Brücke muss gepflegt und gewartet werden. Ist das Fundament stabil genug, ist die Bewehrung ausreichend, ist die Brücke breit genug und kann man von beiden Seiten darüber gehen?

All dies sind im übertragenen Sinne die Herausforderungen, diese geknüpften Partnerschaften auch über die Jahre immer wieder mit Leben zu füllen.

Und das ist aus meiner Sicht die eigentliche Leistung, die unsere Partnerschaften so besonders macht und auf die wir gemeinsam stolz sein können. Es sind nämlich nicht nur die Spitzen und politischen Vertreter der fünf Gemeinden, die die Verbindung halten. Sondern vor allem die auf beiden Seiten sehr aktiven Freundschaften, die mit viel ehrenamtlichem Engagement die alljährlichen Besuche organisieren und auch zwischendrin das Band der Freundschaft nicht abreißen lassen.

So ist es über die Zeit gelungen, viele Menschen für diese Partnerschaften zu begeistern.

Es sind feste Bindungen und Freundschaften entstanden, die über Jahre zahllosen bleibenden Erinnerungen, Anekdoten und Geschichten gebracht haben.

Und genau das ist der Kern der europäischen Idee. So war es vor Jahren, als die Teilung Europas in Ost und West gerade überwunden war. So ist es heute, wo jungen Menschen so viele Möglichkeiten offen stehen wie keiner Generation zuvor und das gemeinsame Europa der offenen Grenzen, der persönlichen Freiheit und der gemeinsamen Werte selbstverständlich geworden ist.

So soll es auch in Zukunft bleiben!

Ihr Tassilo Heimberg

1ter Vorstand GPV

45 Jahre Partnerschaft mit Unsre liebe Frau im Walde – St. Felix/Südtirol
35 Jahre Partnerschaft mit Plouhinec/Bretagne
25 Jahre Partnerschaft mit Smržovka/Tschechische Republik
15 Jahre Partnerschaft mit Juchnowiec Kościelny/Polen
Hier können Sie die Festschrift anlässlich 120 Jahre Partnerschaft einsehen.
Titelbild Festschrift